Niedergeorgenthal

Kirche von Niedergeorgenthal

Die Kirche von Niedergeorgenthal

Niedergeorgenthal (im Volksmund „Stadtl" genannt) liegt am Frauenbach in der Talebene der Biela, 6 km von Brüx entfernt, 236 m über dem Meer. Die wichtigsten Gebäude sind die dem heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche, die Volksschule, das Stadthaus und das Armenhaus. Vor dem Eingang zur Kirche steht die Statue des heiligen Georg, welche 1711 errichtet wurde und vier kleinere Statuen, die einige Jahre später der Bildhauer Kühnel in Dux angefertigt hat. Ein großer Teil der Bewohner ist in den nahen Schächten beschäftigt, die übrigen Einwohner betreiben Landwirtschaft, Gemüseanbau und Gewerbe.

 

Geschichtliches

Die ersten Bewohner Niedergeorgenthals sollen der Sage nach Kolonisten aus Meißen gewesen sein. Erwiesen ist, dass Niedergeorgenthal in alter Zeit mit Vierzehnhöfen und Obergeorgenthal nur ein einziges Gemeinwesen mit dem Namen "Georgenthal" bildete. Anlässlich einer Teilung der Lobkowitz'schen Herrschaft in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die bis dahin einheitliche Gemeinde Georgenthal in die abgesonderten Gemeinwesen von Obergeorgenthal, Niedergeorgenthal und Vierzehnhöfen getrennt.

Durch den Betrieb verschiedener Gewerbe, wie der Töpferei und der Schlosserei nahm Niedergeorgenthal einen nennenswerten Aufschwung. Kaiser Maximilian erhob im Jahre 1571 die Gemeinde zum Städtchen. Im Jahre 1621 wütete am Faschingssonntag in Niedergeorgenthal eine große Feuersbrunst. 1680 brach hier die Pest aus. Zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurde ein Zunft der Leinenweberei errichtet und auch die Strumpfwirkerei stand auf einer hohen Stufe.

Rathaus von Niedergeorgenthal
Das Rathaus von Niedergeorgenthal

In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wandte man sich dem Gemüseanbau zu, wozu die Bürger Josef Teicher und Anton Kaden wesentlich beitrugen.

Niedergeorgenthal wurde mit Dekret der böhmischen Statthalterei vom 5. August 1862 zur Landstadt erhoben. Unter dem Einfluss des Bergbaues, der in der Gegend einen mächtigen Aufschwung nahm, wurden bedeutende Projekte realisiert. So die Erbauung der Wasserleitung (1894), des Armenhauses (1898) und die Kanalisierung der Stadt (1903).

Der Standort des ersten Schulhauses lässt sich nicht mehr genau ermitteln. 1624 soll dafür auf dem Grundstück Nr. 51 ein Gebäude errichtet worden sein, in einem Zimmer wurde dort unterrichtet. Am 24. Juli 1849 wurde das neue Schulhaus eingeweiht. 1889 wurde ein neues Schulhaus gebaut und 1901 durch einen Anbau erweitert. 1889 wurde ein Kindergarten gegründet und im Jahre 1901 eine 2- klassige gewerbliche Fortbildungsschule errichtet.



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